Verwaltung eines Haushaltskontos

So verwenden Sie ein Haushaltskonto richtig

Zunächst müssen die monatlichen Kosten erfasst werden. Es gibt sowohl fixe Kosten, als auch variable Kosten.

Am besten legt man eine Aufstellung auf einem Block oder digital mit einem Tabellenkalkulationsprogramm (Excel) an. Alle fixen Kosten umfassen in der Regel folgende Posten:

  • Mietkosten für Wohnung oder Haus oder
  • Ratenzahlung für einen Kredit (Eigentumswohnung oder Eigenheim)
  • Nebenkosten (Kosten für Wasserverbrauch, Stromverbrauchskosten)
  • Kosten für einen Stellplatz (Kfz, bspw. Tiefgarage)
  • Gebühren für Telefonnutzung (häufig mit Internet kombiniert)
  • Gebühren für Internetnutzung (DSL-Anschluss oder Kabelnetz)
  • Versicherungskosten (Haftpflichtversicherung oder Hausratversicherung)

Daneben gibt es noch viele variable Kosten, also Ausgaben, die zwar regelmäßig anfallen, aber immer unterschiedlich hoch sind. Dazu zählen folgende Posten:

  • Einkauf von Lebensmitteln (Supermarkt, Drogerie, etc.)
  • Kfz-Kosten (Benzin/ Diesel, Ersatzteile und Zubehör)
  • Ausgaben für Anschaffungen im Haushalt (Elektrogeräte, Verschleißmaterial wie Staubsaugerbeutel, etc.)
  • Haushaltsausstattung (wie Sitzmöbel, Schränke oder Geschirr und Besteck)
  • Kosten für Urlaub (oder ähnliche unregelmäßige Ereignisse)

Alle Kosten auflisten und verteilen

Sind erstmal alle Kosten erfasst und aufgelistet, müssen sie gerecht verteilt werden. Wenn zwei Partner im Haushalt leben, kann man die Aufteilung gerecht nach Gehaltseingang vornehmen. Dazu werden die fixen Kosten beispielsweise zu einem Prozentsatz 70% (Mehrverdiener) zu 30% (Geringverdiener) aufgeteilt. Bei den variablen Kosten kann man entweder nach Verbrauch und Nutzung vorgehen (Wer nutzt das Auto öfter? Wer verbraucht mehr Lebensmittel?) oder man verteilt die Kosten in etwa gleich also 50:50.

Bei den variablen Kosten ist es wichtig, dass man jeden Monat einen etwas höheren Kostenaufwand ansetzt, als man tatsächlich verbraucht. Denn diese Kosten sind ja nicht jeden Monat gleich. Dennoch sollte jeden Monat etwas auf dem Haushaltskonto übrig bleiben. Sollte es zu viel sein, kann man die variablen Kosten nochmal neu kalkulieren oder man spart den monatlich überschüssigen Betrag auf einem Tagesgeldkonto - dann bildet man automatisch eine kleine Rücklage für "schlechte Zeiten".

Daueraufträge auf das Haushaltskonto einrichten

In einer Lebensgemeinschaft wird das Haushaltskonto als drittes, gemeinsam geführtes Girokonto verwendet. Die Lebenspartner behalten also das bisherige Konto bei er Hausbank bzw. ihr Gehaltskonto. Auf diesen "eigenen" Konten wird ein Dauerauftrag eingerichtet. Der Betrag setzt sich aus der oben beschriebenen Aufteilung der fixen und variablen Kosten zusammen. Jeder überweist dann monatlich automatisch einen Anteil am Haushaltsgeld.

Auf das Haushaltskonto haben beide Lebenspartner Zugriff und können so monatlich die Ausgaben kontrollieren. Sollte eine Anpassung erforderlich sein, kann dies schnell herausgefunden werden und die Kalkulation der fixen oder variablen Kosten muss entsprechend angepasst werden.

Verwendung eines Haushaltskonto als Single

Natürlich ergeben sich auch für einen Single viele Vorteile bei der Verwendung eines Haushaltskonto. Vor allem behält man einen besseren Überblick über die persönlichen Finanzen.

Die Zusammenstellung der fixen und variablen Kosten erfolgt nach dem gleichen Prinzip wie bei Lebensgemeinschaften, allerdings fällt die gerechte Verteilung weg. In diesem Fall wird das Haushaltskonto als zweites Girokonto angelegt, nachdem es neben dem Gehaltskonto für Zahlungen im Haushalt zur Verfügung steht.